Der Ozean am Ende der Straße – Neil Gaiman

Mein erster Gaiman und dank einigen Fans im Kunden und Freundeskreis waren meine Erwartungen hoch. Als ich das Nachwort las, wurde mir klarer, warum mich während des Lesens eine leise Enttäuschung beschlich. Gaiman entwickelte den Roman aus der ursprünglichen Idee einer Kurzgeschichte heraus, was für diese Szenerie auch vollkommen ausreichend gewesen wäre. Ich wurde nicht recht warm mit den Geschehnissen und wartete innerlich glaube ich schlicht auf “mehr”. Gaiman bekommt aber noch eine zweite Chance, denn sein Stil hat mir durchaus gefallen.

Geschenkt – Daniel Glattauer

Es gibt sie, diese Bücher, die einen quasi auf der Stelle glücklich machen. Dabei beschreibt Glattauer weder die ganz große Liebe, noch das Paradies, nein, das Thema Alkoholismus und auch eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung sind sehr präsent. Und doch…dieses Buch lässt einen glauben, dass gute Dinge passieren, dass die Menschen sich ändern können und kleine Wunder einfach geschehen. Ich habe das Buch innerhalb von drei Stunden im Park ausgelesen und war danach – ganz genau – rundherum glücklich. Danke Daniel Glattauer!

Silber: Das zweite Buch der Träume – Kerstin Gier

Auch der zweite Teil von Silber war wieder viel zu schnell vorbei. Ich mag diesen herzerfrischenden Tonfall von Kerstin Gier, der mir immer das Gefühl gibt, hier ist jemand mit ganzem Herz am Werk. Wenn ich das Strahlen in den Augen meiner jungen Kundinnen sehe, wenn sie ihr Exemplar von “Silber” kaufen, denke ich, Sie machen das schon ganz richtig, liebe Frau Gier

Der Liebe eine Stimme geben – Lisa Genova

Bücher über Autismus sind immer wieder in meine Hände geraten, es ist ein Thema, dass mich, gerade weil es soviele Arten und Verläufe gibt, sehr umtreibt. Genova hat als Psychologin sicherlich den Hintergrund, um solch einen Roman schreiben zu können und die Schilderungen aus Sicht des jungen Autisten haben mich sehr angesprochen. Sie bedient sich allerdings noch einer zweiten Komponente, die ich als eher schwierig empfunden habe, denn ihre Bücher sind eigentlich nicht dafür bekannt, übersinnliche Elemente zu enthalten. Diesmal schienen sie nötig, um die Geschichte abzurunden, ich wünschte allerdings, sie hätte darauf verzichtet.

Mehr als nur ein halbes Leben – Lisa Genova

Erneut wendet sich Lisa Genova einem schweren Schicksal zu – in diesem Roman ist es Sarah, die als Folge eines Unfalls einen linksseitigen Neglect zurückbehält. Ihr ganzes Leben – vorher genau getaktet, um Arbeit, Kinder, Ehemann und Gesellschaftliches unter einen Hut zu bekommen, ist so nicht mehr lebbar. Wenn das, was uns ausmacht und worauf wir stolz sind, aufgrund unserer körperlichen Verfassung nicht mehr möglich ist – was bleibt dann von uns? Diese Lektion muss Sarah auf die harte Tour lernen. Für mich nicht ganz so packend wie “Still Alice”, dennoch lesenswert.

Da draußen wartet die Welt – Nancy Grossman

Was ich dieser Autorin hoch anrechne, ist, dass sie es ihrer Figur, einem Amish-Mädchen nicht leichtgemacht hat. Als Leserin war ich nah am Geschehen und vorallem im Entscheidungsprozeß des jungen Mädchens voll involviert. Nicht nur, dass mir dieses Buch unheimlich viel erklärt und erzählt hat über das Leben der Amish, es hat mich auch einen Blick darauf werfen lassen, wie es ist, zwischen zwei Welten zu stehen, die beide für sich Vor- und Nachteile besitzen. Ein Jugendbuch, welches ich sehr gerne empfehle, weil es diese Prise “speziell” besitzt, die den Leser nicht vom Haken lässt!

Das Geständnis – John Grisham

So langsam lese ich auch ein paar Grishams aus meinem Regal, die ich bisher noch nicht kannte, denn bei seinen Romanen muss für mich immer eine gewisse Pause dazwischen liegen. Und auch wenn man ihm vorwerfen könnte, sich immer doch recht ähnlicher Strickmuster zu bedienen – ich finde ihn jedesmal wieder spannend und rechne es ihm in diesem Roman hoch an, dass er eine ungewöhnliche Entscheidung trifft, die so nicht jeder Autor hätte schreiben können.