Beim ersten Kind gibts 1000 Fragen – Vicky Iovine

Bei der Flut an Schwangerschaftsratgebern fiel mir auch dieses in die Hände. Man kann es eigentlich kurz sagen: es ist ein netter Begleiter in der Schwangerschaft, wenn man es zusätzlich zu einem richtigen Sachbuch liest – medizinische Ratschläge oder Abläufe findet man hier nicht – aber dafür viele Situationen aus der Erfahrung von Vicky Iovine, die 4fache Mutter ist und ihren Freundinnen. Sicherlich ist einiges überspitzt und muss nicht ganz so schlimm werden. Auch ist nicht alles 1:1 nach Deutschland übertragbar, aber es gibt schon einen ganz guten Einblick auf die ganzen Dinge, die einen in einer Schwangerschaft so überollen und manchmal auch ratlos zurücklassen. Es lässt sich lesen wie ein guter Kaffeeklatsch mit Freundinnen: mit Spaß, direkt und ehrlich, einigen wirklich guten Tipps, es lässt nichts aus und schildert auch die nicht so angenehmen Begleiterscheinungen und man fühlt sich gleich ein bisschen entspannter – den anderen gehts ja auch nicht anders!

Garp und wie er die Welt sah – John Irving

Uff, das wird schwer. Weite Strecken des Buches: super! Grade der Anfang gefiel mir extrem gut. Irving hat einen unverwechselbaren Stil, er ist einfach ein großer Erzähler. Ich verstehe auch immer noch, warum ihn soviele Menschen lieben und gerne lesen. Zwischendrin kämpft man immer ein bisschen, ist aber am Ende immer froh, das man durchgehalten hat. Und trotzdem – ich stehe auf skurriles, mochte auch viele Personen im Buch gern (Jenny Fields, Roberta), die Ereignisse laufen toll zusammen – dennoch bin ich mit Garp selbst absolut nicht warm geworden. Auch einige Passagen waren für mich einfach zu heftig – ich habe mich wirklich gefragt, was der Autor da bezwecken wollte? Schockieren? Maybe…Als Gesamtkunstwerk ist es trotzdem lesenswert – den es geht einfach um die großen Themen, die Tabus, die Ängste – es gibt auch viele wunderbare Szenen und Metaphern. Ich glaube, ich werde Irving immer etwas anstrengend finden und trotzdem immer mehr von ihm lesen

Gottes Werk und Teufels Beitrag – John Irving

Bin gespannt, amüsiere mich bisher aber schon ganz ordentlich! […] Wahnsinn, es ist geschafft!  Ich muss sagen: Die Geschichte ist klasse, spannend, witzig, traurig, eigenwillig – ich kann die Irving-Fans absolut verstehen. Aber ich kann auch verstehen wenn man ihn nicht mag: er schreibt sehr, sehr detailreich und ausufernd… Ist für mich schon okay, aber ich kann sowas nicht soo oft lesen, ist schon anstrengend, obwohl das Buch wie gesagt echt klasse ist!

Was vom Tage übrigblieb – Kazuo Ishiguro

Nett, England des 19ten Jahrhunderts…bin noch nicht ganz sicher in welche Richtung es geht. Aber ich finds ab und an ganz angenehm, mal so verschachtelte Sätze und so umständliche Beschreibungen zu lesen. […] Ich werd mich mal korrigieren – das Buch rockt! Im Endeffekt versteckt sich hinter der Erzählung dieses Butlers ein relativ gesellschaftskritischer Blick auf Deutschland zwischen 1923 und 1945 … auch wenn eigentlich nur der Leser die ganzen Zusammenhänge so richtig greifen kann. War wirklich sehr interessant zum Schluss hin und die Liebesgeschichte war sehr schlicht aber passte in den Rahmen.