Seht, was ich getan habe – Sarah Schmidt

Manchmal schreiben meine hochgeschätzte Kollegin Anja und ich uns lange Mails. Über das Leben. Die Bücher. Musik und Texte. Anjas Mails sind wahre Kleinode, die mit klugen Gedanken daherkommen und mich jedesmal mit ihrer sprühenden Begeisterung umhauen. Anfang diesen Jahres bekam ich wieder eine Mail von Anja, denn ich hatte ihr ein ganz bestimmtes Buch in die Hand gedrückt, wohl wissend, dass Anja der wohl weltweit größte Fan von Miss Lizzie von Walter Satterthwait ist und dieses Buch (welches leider nur noch antiquarisch erhältlich ist, schluchz!) in höheren, dreistelligen Stückzahlen unters Volk gebracht hat. Nun schrieb Sarah Schmidt also ein neues Buch über Miss Lizzie. Was das mit Anja gemacht hat? Lest selbst!

Von: Anja
An: Sarah
Betreff: Lizzie Borden took an axe,…

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Durch Manhattan – Niklas Maak & Leanne Shapton

Sich eine Stadt zu erlaufen, das Konzept ist nicht neu. Und doch haben Niklas Maak und Leanne Shapton mit diesem Band und seinem spielerischen Element noch auf den letzten Metern des Jahres 2017 mein Herz erobert. Bereits auf dem Cover sehen wir ihren Weg und ihr Ziel auf der Insel eingezeichnet: Manhattan von der Südspitze bis zum oberen Ende auf einer Linie zu durchqueren. Ihre Ausrüstung sind ein Aquarellkasten, Papier und Stifte. Durch Manhattan – Niklas Maak & Leanne Shapton weiterlesen

Elefant – Martin Suter

Ein kleiner, rosafarbener Elefant. Ein pinker Fisch. Ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl bei der Sache Aber auch fernab von zufällig vorhandenen Farbvorlieben hat mich Suter wieder vollends überzeugt, als Großmeister des intelligent-gewitzten Unterhaltungsromans. Das kann er, darin macht ihm so schnell keiner etwas vor. Und ich begebe mich, mal wieder und mit großer Vorfreude in ein wahres Lesevergnügen und folge den Spuren des rund 20cm großen, im Dunkeln leuchtenden, rosafarbenen Elefanten, dessen schiere Existenz nicht wenige Menschen ganz schön ins Schwitzen bringen dürfte. Solch eine Kostbarkeit erweckt Begehrlichkeiten, doch nicht alle sind der Meinung, dass dieses besondere Geschöpf in die Öffentlichkeit gelangen sollte…

Das Jahr 2017 ist noch recht frisch und doch habe ich mit “Elefant” schon einen meiner Lieblinge für das Frühjahrsprogramm gefunden!

 

Ein langes Jahr – Eva Schmidt

In diesem Roman begegnen wir den unterschiedlichsten Menschen. Wir werden mit Situationen konfrontiert, um auf der nächsten Seite direkt wieder einen Szenenwechsel zu erleben. Mit feinem Gespür sehen wir den Menschen dabei zu, wie und wo sie gerade in ihrem Leben stehen. Alle verbunden durch diese Stadt, die mal so weit und mal so klein erscheint und doch sind am Ende alle auf die ein oder andere Art und Weise alleine. Beobachtend, Abwartend. Die Faszination ist groß, so dass diese Schlaglichter einen richtiggehenden Sog entwickeln. Ein langes Jahr – Eva Schmidt weiterlesen

Deutschland Schwarz Weiß – Noah Sow

Lest dieses Buch. Lest dieses Buch. An alle, die heutzutage in den sozialen Netzwerken unterwegs sind und sich durch Rassismus und Sexismus und jegliche Arten von Ausgrenzung wühlen müssen, dieses Buch legt noch eine Schippe oben drauf. Und es tut weh, teilweise richtig, wenn man, schonungslos ehrlich, auch erkennt, dass man selbst nie davor gefeit ist, auch in Denkmuster und Vorurteile zu verfallen. Als Auffrischungskurs, als Geschenk für diejenigen mit dem berühmten Brett vorm Kopf, als Argumentationshilfe, als Augenöffner, als zukünftige Schullektüre – hier ist ein wichtiges Buch!

Tsubaki * Tsubame * Wasurenagusa – Aki Shimazaki

Es ist quasi unmöglich, diese drei wahrlich kunstvoll aufgemachten Bände aus dem Kunstmann Verlag einzeln zu besprechen. Lose gehören sie zusammen, sicherlich kann man sie auch einzeln genießen, aber dieses besondere Gefühl, alle drei hintereinander zu lesen und dabei ganz tief in ihre Welt einzutauchen, das möchte ich jedem nur ans Herz legen. Was für eine zarte Sprache, die in wenigen Worten von Dramen und Leid spricht und so viel stärker wirkt, als Fluten von Sätzen es könnten. Was für eine Stille legt sich auf uns, wenn wir diese Bücher zur Hand nehmen, mit ihnen leiden und die Geschichte eines Landes und weniger Menschen uns gleichzeitig berührt und nachdenklich werden lässt.

Dein Leben. Dein Yoga. – Tara Stiles

Fand ich im Prinzip gut. Der Mix aus Meditation/Yoga/Ernährung war angenehm und inspirierend. Ein bisschen redundant die Gute, gefühlt alle zwei Seiten der Satz “Es gibt keine Regeln!” Hab das schon beim ersten Mal verstanden, liebe Tara Anyway… trotzdem waren ein paar Anstöße drin und ich finde die Übungsfolgen im Buch machbar und angenehm, da werde ich einige machen in den nächsten Wochen. Und der Rezeptteil hatte auch neue Ideen zu bieten und punktete durch nicht allzuschwer beschaffbare Zutaten. Also insgesamt Daumen hoch!

Starnitz – Reinhard Staubach

Das Glück zu haben, die eigene Familiengeschichte lesen zu dürfen, Verwandte zu haben, die eine große Reise in die Vergangenheit machen. Dieses Glück habe ich und dieses Buch meinem Onkel zu verdanken. Dass ich so “mitreisen” konnte, in die Orte seiner Kindheit (und der meiner Mutter und Großmutter), die Häuser sehen konnte, aus denen sie vetrieben wurden, ihre Flucht nachvollziehen konnte und ihr Leben in diesen schweren Zeiten – das rührt mich an, wie es wohl kaum ein Bestseller je könnte. Was für ein Schatz zwischen den Buchseiten. Danke!

Der große Trip – Cheryl Strayed

Wenn in deinem Leben gerade selbst einiges grandios schiefgeht, hilft es, von anderen zu lesen, denen es ähnlich geht. Strayed hat so ziemlich jeden Grund, ihr Leben als schwer zu empfinden, einige Schicksalsschläge, Drogen und der Tod ihrer Mutter katapultieren sie völlig aus ihrem Leben. Sie entschliesst sich, den Pacific Crest Trail zu wandern. Ein hehres Unterfangen, bedenkt man, dass sie keinerlei Übung und nur einen halbwegs zureichenden Plan hat. Mich hat dieses Buch beeindruckt. Was diese Frau diesem Weg abgetrotzt hat, ihr Scheitern, Wiederaufstehen, Weiterlaufen. Wie sie reflektiert und ihre Trauerarbeit leistet, wie sie Rückfälle hat und doch nicht aufgibt. Ich empfand das Buch als ungeschönt und ehrlich. Ein beeindruckendes Buch über den ganz eigenen Weg, den jeder zu gehen hat.