Die Doors und Dostojewski – Susan Sontag

Heute geht ein großes Lob an Karla von der Buchkolumne. Ohne sie wäre ich nämlich nicht zu diesem Buch gekommen. Von alleine hätte ich wohl kaum zu Susan Sontag gegriffen, deren Name mir zwar bekannt ist, die ich mir aber “nicht zugetraut” habe. Und dann dieser Interview-Band: eine kleine Offenbarung. Was für eine kluge, gewitzte und vielschichtige Frau! Der Titel sagt es eigentlich: “The Doors und Dostojewski”. Mein Mann sagte vor dem Traualtar zu mir, ich sei die einzige Frau, die er kenne, die Literatur und Popkultur gleichermaßen in sich vereint. Dieses Interview (neben einigen anderen AHA-Momenten) hat mich auch darin wieder bestärkt…ich werde dazu ganz sicher noch einen kleinen Artikel schreiben. Bis dahin: lest dieses wunderbare Buch!

Der Trafikant – Robert Seethaler

Was ist es mit Robert Seethaler? Er scheint einen Nerv zu treffen, anders kann ich mir die stetigen, geradezu täglichen Verkäufe seiner Werke nicht erklären. Mir gefällt er gut, er lässt sich wunderbar lesen, seine Geschichten gefallen mir. Aber mir fehlt dieses Quentchen Begeisterung, dieser Funke, der sich in mir entzündet, wenn mir ein Buch so richtig gut gefällt. Ganz sicher ist Seethaler ein lesenswerter Autor, soviele meiner Kunden schwärmen richtiggehend für ihn. Ehrlicherweise muss ich aber sagen: handwerklich gut, aber (bisher) für mich nur ein Treffer, kein Volltreffer.

Ein ganzes Leben – Robert Seethaler

Über dieses Buch ist soviel gesagt und geschrieben worden, da kann ich mich kurz fassen: ja, die Empfehlungen sind gerechtfertigt. Seethaler macht nicht viele Worte, ist ein genauer Beobachter und lässt hier ein ganzes Leben auf wenigen Seiten entstehen. Ein Buch, dessen Verkaufszahlen absolut gerechtfertigt sind. Mich hat es nicht zu 100% überzeugt, was ich in diesem Fall aber meiner mangelnden Begeisterung für die Berge zuschreibe

Anders – Andreas Steinhöfel

Über dieses Buch haben wir im Kolleginnenkreis schon ganz heftig diskutiert. Bis auf ein Buch habe ich alles von Andreas Steinhöfel gelesen und bezeichne mich selbst als großen Fan. Aber “Anders” war mir zu anders. Natürlich hat es diesen großartigen Stil von Steinhöfel, und die Interviews, die er rund ums Erscheinen gab darüber, Kindern mehr zuzutrauen beim Lesen – ganz wunderbar! Aber ich tue mich immer sehr schwer mit Fabeln oder märchenhaften Einschüben, Traumwelten und nicht greifbarem innerhalb einer Geschichte – für mich der Knackpunkt meiner Unschlüssigkeit. Aber: meiner Kollegin ging es genau andersherum: sie schätzt diese Art von Erzählung sehr und verkauft das Buch mit viel Herzblut. Wenn ich ihr zuhöre, wie sie es unseren Kunden ans Herz legt, möchte ich es dann doch fast nochmal lesen. Aber nur fast.