Alles ist längst da. In uns.

Letzte Woche habe ich etwas erlebt, was sich einige Tage später ganz ausgezeichnet als launige Geschichte auf einer Geburtstagsparty verwenden lies. Ich war am Wochenende unterwegs gewesen, das Navi hatte schon auf der Hinfahrt seinen Geist aufgegeben und obwohl ich mir den Rückweg mal kurz auf der Karte angesehen hatte, habe ich mich gnadenlos verfahren. Mehr als einmal. So oft, dass mein Schwiegervater im Verlauf der Geschichte nur noch schmunzelte und sachte den Kopf schüttelte, weil er sich nicht vorstellen konnte, das jemand wirklich so dermaßen orientierungslos sein kann.

Aber doch, ich kann das. Wäre es ein Talent, ich wäre ganz vorne mit dabei und könnte ich damit Geld verdienen, hätte ich die erste Anzahlung auf eine Villa bereits getätigt.

Während ich aber über Autobahnen fuhr, wieder abfuhr, verzweifelt Kartenmaterial wälzte und versuchte, irgendwie wieder nach Hause zu kommen, geschah, was so oft passiert, wenn das Hirn verzweifelt mit Problemlösen beschäftigt ist. Es präsentiert Dir die Lösung für etwas gänzlich anderes, was Dich umtreibt.

Ich war um eine Erkenntnis reicher. Nach Hause hatte mich folgendes gebracht: ich mich selbst. Alle Fähigkeiten, die ich dafür brauchte, steckten in mir. Denn am Ende habe ich es, nach einigen Anläufen und einem Zwischenstopp in einem anderen Land ganz alleine nach Hause geschafft. Und ich war so stolz.  So viele unnötige Kilometer ich auch verfuhr und soviel ich auch fluchte – ich brachte mich nach Hause. Und in diesem Moment verstand ich, dass diese Irrfahrt einen großartigen Effekt hatte. Ich fasste wieder Vertrauen in mich selbst und die Kräfte, die in mir stecken, die mich in manchen Situationen über mich hinauswachsen lassen und die ich über dem Alltag häufig vergesse.

So oft denken wir, dass die Lösung vielleicht in einer Veränderung steckt, in einer neuen Routine, in besseren Arbeitsbedingungen, weniger Störungen und wenn doch alles einfach mal laufen würde. Ein Frustkreisel, aus dem das Ausbrechen immer schwerer scheint, je länger wir uns in ihm drehen. Um dann, auf einer Autobahnraststätte zu entdecken, dass all diese Dinge nebensächlich sind, weil das, was uns am Ende zum Erfolg führt, schon längst da war. In uns.

 

NaNoWriMo? Oh yeah!

Seit Jahren begegnet mir immer mal wieder dieser Hashtag: #NaNoWriMo. Dass es etwas mit Schreiben zu tun hat, war mir dunkel in Erinnerung, aber mehr auch nicht. Dieses Jahr habe ich mir das kurz vor dem 1. November näher angeschaut. Und in mir begann es zu arbeiten. Ich bin jemand, der mit Deadlines und Zielvorgaben sehr gut zurechtkommt. Wenn ich sage, ach ich mache regelmäßig Sport – Fail, das wird nichts. Gib mir aber einen Yoga-Monat mit Kalender zum Kreuzchen machen oder eine bestimmte Zielvorgabe und ich bin viel zu ehrgeizig, um mich da nicht irgendwie durchzubeissen.

NaNoWriMo also. Das ganze steht für National Novel Writing Month (mehr Infos gibt es hier: nanowrimo.org) Das Ziel ist es NICHT, innerhalb eines Monats einen perfekten und überarbeiteten Roman fertig zu haben, sondern zum einen täglich zu schreiben, komme, was da wolle. Und zum anderen, dranzubleiben, eine Geschichte zu entwickeln und sich nicht in Überarbeitung und Recherche zu verlieren, etwas, was nur allzuleicht passiert und einen total blockieren kann. Wer selbst schreibt weiss, dass die Stimmen im Kopf einen aufhalten können, die während des Schreibens beständig sagen: Das klingt nicht gut, Du kannst das nicht, Wen interessiert das überhaupt? Das beiseite zu schieben und überhaupt erstmal etwas zu Papier zu bringen, dabei soll der NaNo helfen.

Die Zielvorgabe sind 50.000 Wörter, wer mag auch gerne mehr. Dieses Ziel soll man innerhalb von 30 Tagen erreichen, wer also 1667 Wörter am Tag schreibt, schafft es genau in dieser Zeit. 1667 Wörter? Klingt doch ma20151129_182547chbar, so überlegte mein Hirn hin und her. Viele bereiten sich schon lange im Voraus vor, sie “plotten“. Das erscheint mir generell auch die erfolgsversprechendste Variante zu sein, wer ungefähr weiss, was wann passieren wird, kann sich gut an diesen Eckpunkten beim Schreiben orientieren.

Ich hatte nur eine Idee, eine Idee, die seit Monaten in meinem Notizbuch steht. Ich habe dann beschlossen: Ich mach das.

Mir war leicht schwummerig zumute. Ich war kein bißchen vorbereitet und wusste wirklich nur ganz grob, was mein Protagonist tut und was ihn umtreibt. Immerhin: ich hatte einen Schreib-PC, eine kleine, leichte Kiste, die ich dann auch den Monat mit mir herumgeschleppt habe und ich hatte Scrivener. Scrivener ist ein Schreibprogramm. Ich denke, damit ist es wie mit dem Thermomix. Man MUSS es nicht haben, das geht auch alles mit dem normalen Equipment. Aber diejenigen, die es benutzen, schwören darauf. Ich auch – die Möglichkeiten haben mir gefallen, die Aufteilungen, die Übersichtlichkeit und einstellbaren Projektziele, das hat mich motiviert. Und ich habe sicherlich noch lange nicht alle Funktionen voll ausgereizt. Für mich also definitiv ein JA zu Scrivener.

Zum Glück hat mir am 1. November der Herr Urbach die nötige Unterrichtsstunde gegeben, was mir passieren wird auf dem Weg, was so auf mich wartet, wenn ich schreibe. Er hat meine Geschichte durchlöchert um sie danach wieder mit mir zusammenzusetzen, ohne ihn wäre ich wahrscheinlich nach 10.000 Wörtern steckengeblieben. Wir saßen fünf Stunden in einem Café, danach rauchte mir der Kopf, ich schwankte zwischen Schnapsidee und Wow, ich will das. Das war für mich ein Kickstart und zu wissen, da ist jetzt jemand, der Dir das zutraut – priceless.

Also habe ich geschrieben. Ich bin an meinem sehr löcherigen Plot verzweifelt, ich habe meinen Mann und meinen besten Freund vollgequatscht mit Dingen, die einfach nicht funktionieren. Ich bin spät nach Hause gekommen, aber wenigstens 100, 200, 500 Wörter sollten es noch werden. Zwischen gefühlten 20 Terminen im November, Haushalt, Kind und dem fordernden Job habe ich mir dennoch immer Zeit zum Schreiben freigeschaufelt. Meine Familie hat deutlich weniger von mir gehabt aber – offensichtlich war klar, wie wichtig mir das ist, denn selbst mein 5jähriger Sohn sagte – Mama, Du musst schreiben, ich geh spielen. Ich habe kaum gelesen, vom Bloggen fange ich garnicht erst an. Mein Freundeskreis hat mein Vorhaben mitbekommen, hat mich angefeuert, mich unterstützt und vorallem – sie haben einfach allesamt daran geglaubt, dass ich das schaffen kann! Selbst wenn ich spät am Abend noch verzweifelte Whatsapp verschickt habe, dass ich das doch einfach nicht schaffen kann, dass mir nichts mehr einfällt, dass es nichts wird – es wurde bedingungslos geglaubt – daran, dass das etwas ist, was ich kann. Für mich ist das allein eine der wichtigsten Erfahrungen des Nanowrimo. Wie wichtig es ist, dass Du Dir Unterstützung holst. Stolz darauf bist, was Du tust und darüber sprichst, statt zu zweifeln.

Es war hart. An manchen Tagen habe ich das Tagessoll mit Müh und Not erreicht, an anderen nicht und bin dafür am Wochenende in Schreibklausur gegangen. Ich habe unfassbar viel gelernt. Über mich. Darüber, dass Protagonisten ab und an wirklich machen, was sie wollen. Darüber, was funktioniert und was nicht, dass Du Dich manchmal an einem schlechten Tag IMG_20151122_154512einfach durchbeißen musst, einfach anfangen musst, obwohl dein Kopf wie leergefegt ist. Und dass da manchmal, zwischen all den Sätzen, die Du niemandem zeigen würdest, etwas zu glänzen beginnt. Ich habe mit Learning by Doing gelernt, was zu einer guten Geschichte gehört, habe meine Ausdauer trainiert, bin drangeblieben, allen Widrigkeiten zum Trotz. Mein Mantra war die meiste Zeit “You can’t edit a blank page“. Ich bin nicht sicher, ob dieses Projekt je das Licht der Welt erblicken wird, im momentanen Zustand ist es noch ausgesprochen “roh”. Aber es liegt in meiner Schublade und es macht mich stolz. Wieviele sagen, ich will schreiben. Ich könnte ja mal. Später mal. Später, das war für mich JETZT. Und dafür war der Nano genau das Richtige, auch mit seiner großen Community. Man ist nicht alleine in dieser verrückten Geschichte und WordWars, ein täglicher Newsletter von Annika Bühnemann und die diversen Gruppen und Twitter-Writer waren ein toller Rundumsupport. Dieser Monat hat mir gezeigt, dass ich kann, wenn ich will und ich bin immer noch ein wenig erstaunt, dass es wirklich geschafft ist. Der NaNoWriMo ist ein guter Einstieg, denn dass ich noch viel zu lernen habe, das ist ganz klar. Gerade wenn man viel liest, hat man hohe Ansprüche an einen Text, etwas, was das eigene Schreiben schnell lähmen kann. Der Nano durchbricht diese Blockaden sehr effektiv, soviel kann ich sagen

Als ich dann heute die letzten Szenen schrie20151129_152022b, die letzten 2000 Wörter haben mich wirklich fast den ganzen Tag gekostet, da wurde ich ganz ruhig. Vor einem Monat erschienen 50.000 Wörter noch unfassbar viel. Und nun? Nun hatte ich es geschafft. Der letzte Satz war geschrieben, der letzte Punkt gesetzt.

Ich war so neben der Spur, dass ich danach erstmal zwei Stunden in der Küche verschwunden bin, Kuchen und Plätzchen backen, Kontrastprogramm zum Schreiben Ich freue mich auch darauf, jetzt wieder mehr Lesezeit zu haben. Und gleichzeitig will ich weiterschreiben. Noch soviel mehr, was zu sagen, zu schreiben, zu berichten wäre.

Für das Jahr 2015 kann ich also stolz sagen: I did the #NaNoWriMo – and i won!

Frankfurter Buchmesse #fbm15

Eigentlich reicht ein Wort, für die Beschreibung der Frankfurter Buchmesse: Fabelhaft! Genauso fühlt es sich nämlich an, hier zu sitzen und an diese Tage zu denken, eigentlich ja nur 1,25, die sich dafür anfühlen wie mindestens vier ausgiebige Tage. IMG_20151016_122638

Fotos habe ich nur wenige mitgebracht dieses Jahr, zu sehr standen die Begegnungen im Vordergrund. Deshalb bekommt ihr dieses Jahr eine ganze Menge Links und Fotoverweise zu anderen Leuten, die Momente eingefangen oder aufgezeichnet haben. Und den ein oder anderen Tipp zu Büchern und Verlagen, der mir über den Weg gelaufen ist.

Auf dieser Messe habe ich alte Liebe neu entfacht – der Secession Verlag, die mich einfach glücklich machen, das Verlagshaus Berlin aus Berlin, für mich unangefochten die Rockstars der Verlagsszene, u.a. wegen solcher Fotos und der Edition Poeticon, der Verlag Hermann Schmidt (Will ich, brauch ich, ist das toll!), Matthes&Seitz, denen zu gratulieren eine Freude war – nicht nur als Verleger des Deutschen Buchpreis Gewinners sondern einmal mehr für ihre wunderschön gestaltete Naturkundenreihe. Beim Verbrecher Verlag fand ich dann noch ein farblich voll auf mich abgestimmtes Buch, was mich auch thematisch sofort interessiert hatP1290053 und noch mehr Kandidaten für die Wunschliste (Klick, Klick,)  LyrikvonJETZT3 aus dem Wallstein Verlag hat mich ebenfalls angelacht. Wegen dem Mairisch Verlag muss ich jetzt eigentlich doch wieder einen Plattenspieler anschaffen (Klick!) und eine für mich ganz neue Entdeckung war ein Festlesen am Voland & Quist Stand, den ich bisher nicht so auf dem Schirm hatte. Ich habe mich Hals über Kopf in die Texte von Nora Gomringer verliebt und auf der Wunschliste sind sofort diese Bücher gelandet (Klick, Klick, Klick!). Netterweise schlenderte ich später zurück zum Orbanismspace und stolperte geradezu über die Lesung vonIMG_20151017_083459 Sarah Bosetti, die aus “Mein schönstes Ferienbegräbnis” las. Eine ganz ausgesprochen witzige Lesung, die zum Schluss mit einem bisher unveröffentlichten Text endete, der mich absolut getroffen hat. Was für ein Talent! Die Autorin sagte, es würde ihn wohl bald bei Youtube geben – ich freue mich SEHR darauf, ihn dann zu teilen. Diese kleinen Erlebnisse, ungeplant und spontan, sind das Salz in der Messesuppe.

Es gab auch ganz viele Begegnungen mit interessanten Menschen. Zum einen auf dem Buchbloggertreffen im #orbanismspace, organisiert von Papiergeflüster, die ich bei dieser Gelegenheit endlich auch mal treffen konnte. Auch wenn die Zeit nicht ansatzweise gereicht hat um alle zu treffen (oder zu erkennen) so habe ich es sehr genoßen, mal im “echten Leben” mit Buchrevier, Lustzulesen, 54Stories, Brasch Buch, SteIMG_20151016_145310fan Mesch, Christiane Frohmann, Bookmarksmag, LeckerKekse, teekesselchenhh, SoundsandBooks, Cafehaussitzer, Zwinkerlings Bibliothek, Die Buchbloggerin, die Geschichtenagentin und den zwei Ladies von Herzpotential und einigen anderen zu schwatzen, Tina von Lovelybooks an der Frisur zu erkennen ;-)  und natürlich Fantasie & Träumerei, glasperlenspiel13, Alexandra vom Bücherkaffee, Bibliophilin und textverliebt wiederzusehen.  (Manchmal gibt es auch Begegnungen von Dingen. Manchmal.)

Und am Donnerstag gab es ja ein sehr herzliches Murakami-Pläuschchen bei Dumont (habe es sehr bedauert, nicht zur Party zu können, aber nun, Krank gehört man irgendwann ins Bett!) und das ausgesprochen schöne Treffen mit dem Team von Was liest Du (Mayersche), Maren und Torsten, zu dem Felix von Bookmarksmag dazustieß. Auch ein sehr schöner Austausch über Literatur, Aktionen und Menschen mit Leidenschaft für unsere Branche.

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Die Anschlussveranstaltung unter dem Hashtag #hasufi15 – Verlage treffen Literaturblogger kann ich schwer beurteilen. Einen Teil habe ich leider verpasst, aber selbst als ich anwesend war, war es schwer zu folgen, es war laut und trotz Mikrofon konnte man hinten nur fetzenweise folgen. Aber auch im anschliessenden Gespräch mit dem Publikum war die allgemeine Stimmung eher verhalten, vielleicht auch, weil die Erwartung eher anders war, mehr ein Miteinander, statt Diskussion vorn, Blogger hören zu – denn in dieser Runde erstaunte es schon, dass kein Blogger von Anfang an in der Gesprächsrunde saß.

Das es ganz anders geht, bewies die eindrucksvolle Veranstaltung vom Booksmarkmag. Leider fand diese Veranstaltung am Samstag statt, da hätte ich sehr gerne danach nochmal mit den Anwesenden weiterdiskutiert. So eine angenehme, gut gemischte Runde, toll gesprochen! Zwischen Feuillton und Haul  MEHR DAVON!

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Stephan Urbach trifft Heidi Gebhardt (c) Peter Wenz

Ein weiteres Messehighlight, die kurze Fotosession von Peter Wenz mit Stephan Urbach und mir und das kleine Treffen Hanauer Autoren ;-)  Manchmal ist die Messe sehr groß und dann doch wieder so klein. Ein schönes Zusammentreffen und ein kleiner Ruhepol im trubeligen Messerummel.

 

 

Stephan Urbach und Pinkfisch (c) Peter Wenz

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Danach ging es dann zum Messeausklang: die Virenschleuder-Preisverleihung. Schön aufgemacht und auch hier wieder, einige nochmals treffen, zwanglos ins Gespräch kommen und eigentlich gar nicht gehen wollen. Leute treffen, denen man auf Twitter schon Bücher empfohlen hat (und sie dann auch noch erkennen, wenn man neben ihnen steht) und ja, einfach mit Menschen reden, denen das Buch genauso wichtig ist wie einem selbst. Normalerweise trennen uns alle viele Kilometer, wir verfolgen uns auf Instagram, Facebook und Twitter – aP1290102ber zweimal im Jahr rückt alles zusammen. Wie könnte man das nicht feiern?

Wie jedes Jahr ist die Messe wieder ein guter Impulsgeber, ein Motivationsschub und ein Anstoß. Die Runde wird größer und ja – wir sehen uns alle (und noch mehr) hoffentlich bald wieder, in Leipzig!

 

 

 

Messe? Messe!

Nun ist es soweit: die Buchmesse in Frankfurt eröffnet feierlich! Natürlich mische ich auch dieses Jahr wieder mit. Auf wirsindhier.de schrieb ich folgendes über die Buchmesse:

Die Messe ist Weihnachten nicht unähnlich. Strahlende Augen überall, es gibt das ein oder andere Geschenk und man trifft ganz viele nette Menschen, die man das restliche Jahr über nicht sieht Buchmesse = Feiertag!

Dieses Jahr ist alles ein bißchen anders. Traditionell gehe ich immer am ersten Tag zur Messe und ich liebe das sehr. Alles ist frisch und neu, die Laune gut und die Füße tun noch nicht weh ;-)  2015 findet man mich aber erst am Freitag auf der Messe, was aber auch ganz enorme Vorteile mit sich bringt.

Visitenkarten, Aufkleber, Eintrittskarte - ready to rumble!
Visitenkarten, Aufkleber, Eintrittskarte – ready to rumble!

Am Messedonnerstag bekomme ich Besuch von zwei ganz lieben Freundinnen und Buchbloggerinnen – Nanni von Fantasie und Träumerei und Christine von Lesemomente. Vor Jahren haben wir uns kennengelernt und die Freundschaft hält bis heute – genauso wie unsere gemeinsame Begeisterung für Bücher, die uns einst zusammengeführt hat. Die beiden werden mich im Buchladen besuchen und wir wollen die Zeit auch dafür nutzen, die bisherige Kooperation ihrer Blogs mit unserem Buchladen ein wenig zu vertiefen. Darauf freue ich mich sehr, auch auf das gemeinsame Herumstöbern und Aussuchen und auf unser gemütliches Zusammensein später – Leserinnen unter sich, das könnte spät werden

Am Messefreitag werden wir zu dritt die Hallen unsicher machen, ein schöner Luxus! Und da ich am Freitag auf der Messe bin, habe ich doch noch die Möglichkeit, am Buchbloggertreffen, organisiert von Simone aka Papiergeflüster teilzunehmen. Ich freue mich sehr auf ein Wiedersehen mit Alexandra vom Bücherkaffee, die Bibliophilin Dorota, Dagmar die Geschichtenagentin,  und auch Katharina von textverliebt endlich mal woanders als auf Twitter treffen ;-)  Und wenn ich die Teilnehmerliste so durchscrolle, sind da noch soooviele Namen, die ich von Instagram, Facebook, den Blogs oder Twitter kenne – ich hoffe, ich komme nicht allzu sehr durcheinander Jedenfalls ist es eine 1a Gelegenheit, ganz viele spannende Menschen zu treffen, ich freue mich quer durchs Quadrat!

Der neue Messerucksack ist bereit und wartet auf neue Buttons ;-)
Der neue Messerucksack ist bereit und wartet auf neue Buttons

Messe, das bedeutet natürlich auch Vorbereitung und wildes Packen. Für mich sind die Hallen 3 und 4 die spannendsten Kandidaten. Meist notiere ich mir im Vorfeld die ein oder andere Veranstaltung, das schönste ist aber in all den Jahren einfach das spontane Treiben lassen gewesen. Ich liebe das Herumstöbern und Entdecken, das Plaudern mit Verlagsvertretern und Verlagsmenschen. Ich freue mich darauf, viele kleine Indie-Verlage wiederzutreffen und die Schwätzchen aus Leipzig weiterzuführen. Ich freue mich auf den Orbanismspace, der verdammt viele spannende Veranstaltungen bereithält.

Was bleibt zu sagen? Ich freue mich auf einen trubeligen Messe-Freitag, auf ganz viele Wiedersehen und neues Kennenlernen. Wer mich durch die Hallen flitzen sieht, darf mich gerne 20151013_195234ansprechen, definitiv finden wird man mich auf dem Buchbloggertreffen um 14 Uhr Halle 4.1 Stand B73 #orbanismspace.

Ihr erkennt mich am Rucksack. Und natürlich an den Schuhen. Ungefähr so ——->

 

 

 

Messe? Messe!

Kafka am Strand oder eine Hommage an Haruki Murakami

Es gibt Bücher, die begleiten den Leser ein Leben lang. Es gibt das Buch, was man auf die vielzitierte, einsame Insel mitnehmen würde. Es gibt das Buch, welches man aus dem brennenden Haus retten würde, was man in schweren Stunden zur Hand nimmt, um Trost in ihm zu finden. Es gibt das Buch, das man versonnen lächelnd im Regal stehen sieht und sich daran erinnert, wie es war, es das allererste Mal zu lesen. Der kleinste Knick im Umschlag fühlt sich vertraut an. Viele Menschen werden darüber schmunzeln – all das, in einem einzigen Buch? Es erstaunt mich selbst, aber nach 10 Jahren mit diesem Buch an meiner Seite kann ich nur glücklich nicken.

Wie oft habe ich, gefragt nach meinem Lieblingsautor und seinen Werken, Kunden auf unser Sofa hingewiesen, ihnen “Kafka am Strand” in die Hände gelegt und gesagt: “Fangen Sie an zu lesen – lesen Sie die Szene mit dem Sandsturm”. Und oft genug begann für jemanden so eine weitere, ja geradezu stürmische Begegnung mit diesem Ausnahmeautor. Wieviele Male ich selbst mittlerweile die Sandsturm-Szene gelesen, zitiert, abgeschrieben oder vorgelesen habe – ich kann es nicht beziffern und werde es wohl noch viele Male wieder tun.

Warum ist dieses Buch mein Lebensbegleiter? Weil es eine Geschichte erzählt, die soviel mehr ist, als nur eine Geschichte. Weil es Abenteuerroman, Adoleszenzerfahrung, tragische Liebesgeschichte und Weisheit in einem ist. Ich werde herausgefordert, zwischen den Zeilen entdecke ich bei jedem Lesen neue Facetten und Fragen und über all dem liegt der stille und doch so faszinierende Zauber dieses japanischen Autors.

Und wenn Sie jetzt neugierig geworden sind – nehmen Sie diesen Roman beim nächsten Buchladen-Besuch in die Hand, setzen Sie sich aufs Sofa und lassen Sie sich von Haruki Murakami und seinem sprachgewaltigen Sandsturm davontragen. Sie kommen durch diesen Sandsturm, versprochen.

 

(dieser Text erschien im Hanauer Kanon der Literatur, Hrsg. Dieter Dausien, 2014)

Nimm es an. Und dann lies ein Buch.

Oft kommt alles zusammen. Man hat Ideen im Kopf, man hat ein Ziel für sich festgelegt und dann schießt einem das Leben quer. Sobald Du denkst, nun ist es da, das Zeitfenster in dem Du kreativ deine Projekte verfolgen kannst, dreht das Leben Dir eine lange Nase.

Dieses Jahr ist für mich eine einzige lange Übungsstrecke. Hochmotiviert habe ich es begonnen, während der ersten Monate zwei wichtige Dinge angestoßen und dann schoss mir das Leben quer und beschäftigte mich für die nächsten drei Monate mehr als reichlich mit Organisieren, Verarbeiten und Neubeginn. Nun sollte endlich die Ruhe kommen, ich wollte zurück ans kreative Reißbrett. Das hatte ich mir so vorgestellt und wurde eines Besseren belehrt. Eine weitere Situation, die ich so nicht voraussehen konnte, trat ein und ließ mir, kombiniert mit dem üblichen Alltag wenig Auswahl, was meine Zeitgestaltung anging.20150927_161220

Einmal mehr habe ich gelernt: Es wird nie genug Zeit sein! Es wird immer etwas geben, was mich vom kreativ sein abhält. Es wird ein Amt auszufüllen sein, meine Familie wird mich brauchen, die Arbeit wird mich mehr fordern als gedacht. Es werden ungeplante Termine anfallen, auch in 50 Prozent der Fälle “Nein” zu sagen wird nicht ausreichen.

Ein Dilemma, was wohl jeder kennt, der versucht, Arbeit, Privates und Kreatives in seinem Leben zu vereinen. Die Gedankenspirale dazu könnte ich endlos aufzählen. Vom Gedanken, ob man allen (und sich selbst!) gerecht wird. Vom Selbstzweifel. Vom Gefühl, nirgendwo genug zu tun. Von dem Wunsch, völlig allein zu sein um endlich anfangen zu können. Und vom Nicht-Können, wenn es dann soweit wäre, dass man loslegen könnte. Was ich in solchen Zeiten tue?

Es annehmen. Und dann ein Buch lesen.IMG_20150926_085830

Und zwar eines, von dem ich mir sicher sein kann, dass es mich inspiriert. Das  mich dazu bringt, mit der wenigen Zeit die ich habe, auszukommen. Aber bevor ich das Buch lese, muss ich meine Situation annehmen. Mein Leben ist, wie es ist, das habe ich von einer klugen Freundin gelernt. Vieles darin kann (und vor allem: will!) ich nicht ändern. Weil es mich ausmacht. Weil ich meine Familie und meine Arbeit liebe. Ich brauche keine Zeitmanagement-Tipps und keine gutgemeinten Vorwürfe, ich würde ja immer zuviel wollen. Ich finde, dass der Wunsch, alles zu leben (wenn vielleicht auch immer nur in Teilen und Aspekten) und Dinge mitzugestalten, die mir wichtig sind, exakt das ist, was mich durch harte Zeiten trägt.

In meinen Jahren im Netz und auch im realen Leben habe ich ganz großartige Menschen kennengelernt. Sie haben Bücher veröffentlicht, machen Fotos die mich so demütig werden lassen ob ihres Könnens, sie spielen Instrumente, sie erdenken mitreißende Projekte oder bloggen so authentisch und motivierend, dass es mich jedes Mal wieder umhaut. An den allermeisten Tagen denke ich schlicht: Wow! Was für ein Können, was für eine Kreativität liegt hier in der Luft, es knistert vor Inspiration, Motivation und Freude an diesen Dingen!

Und es gibt die anderen Tage. Die, an denen ich mich frage, wann alle diese Dinge passieren. Wie jemand so unglaublich produktiv und geistreich sein kann, trotz Vollzeitjob, mehreren Kindern oder Whatever. Wo ich an meine eigenen Grenzen stoße, wo mich die Limitation meiner Zeit und Ressourcen fast körperlich angreift. Die, wo ich mich frage, warum kann ich das so nicht leisten? Obwohl ich genau weiß, dass Vergleiche der sichere Weg ins Verderben sind, kann ich nicht anders. Warum liegen meine Projekte brach, warum komme ich bei diesem oder jenem Vorhaben nicht vorwärts?

Ich muss für mich an diesen Ort gehen, mitten hinein in diese dunklen Stunden. Und wenn das bedeutet, dass ich stundenlang schlecht gelaunt und maulfaul mit Menschen, die das aushalten, durch einen Baumarkt stiefeln muss. Denn manchmal ist diese Zeit, in der wir von äußeren Umständen blockiert werden, in der wir neidisch auf die Projekte anderer schielen, in der wir immer unzufriedener werden, genau das was wir brauchen, um weiterzumachen. Wir tigern in unserem engen Zeitkorsett hin und her. Wir bekommen es nicht hin, uns in unserer eigentlichen Profession hinzusetzen um etwas zu erschaffen. Wir leben unsere Kreativität an den kleinen Dingen aus, weil sie trotz oder gerade wegen unseres Frusts irgendwohin muss. Wir gestalten den Balkon um. Wir sammeln die ersten Kastanien. Wir erfinden in der Küche neue Kreationen.20150927_171529

Und während wir all das tun, merken wir, wie das, was wir am meisten tun wollen, in uns Formen annimmt. Wie es uns in unser Atelier, an den Schreibtisch zieht, wie sich alles in unserem Kopf formt und zu Papier gebracht werden will. Und dann bricht es aus uns heraus, ganz egal, ob wir die Zeit haben oder die Möglichkeiten. Dieser Moment, wo ich merke, dass die Sätze und Ideen sich wieder hervortrauen – der ist großartig!

Eigentlich ist es nur logisch, dass nach dem Sortieren im Inneren jetzt ein Anstoß von außen folgt, bei mir meist in Form eines Buches. Auf “Big Magic” habe ich mich seit Monaten gefreut, denn Elizabeth Gilbert ist eine Au20150927_160716torin, die ich seit langem auf Facebook verfolge. Ihre positive und sprühende Art, sich Kreativität und dem Leben zu öffnen, hat mich fasziniert. Und oft ist es genau das, was wir alle brauchen, wenn wir das Gefühl haben festzustecken. Jemand, der uns nach einer Phase des Nicht-Vorwärts-Kommens mitreißt. Der uns das Mantra liefert, dass wir brauchen. Den Soundtrack für unser Schaffen. Der unsere Ängste und Unzulänglichkeiten kennt. Lasst euch von ihr inspirieren (TED TALK) oder hört ihr zu, bei ihrem wunderbaren Podcast Magic Lessons, begleitend zu Big Magic. Und last but not least: Lest das Buch, ganz egal, in welchem Feld ihr kreativ seid. Es vermag ein paar Türen zu öffnen, von denen ihr nicht wusstet, dass sie geschlossen waren…

Ps: Barbara, Chris, Elizabeth, Heidi, Maryanto, Stephan, Svenja, Torsten – dieser Text ist auch für Euch!

Etwas tun. Etwas bewegen. Zusammen!

Warum ist es wichtig, sich an Aktionen wie #bloggerfuerfluechtlinge zu beteiligen und darüber zu schreiben? Jeder hat seine Gründe und je mehr wir darüber in den Dialog kommen, desto mehr kann bewegt werden. Jeder von uns wird bei den aktuellen Ereignissen mal das Gefühl gehabt haben, was er als einzelner denn überhaupt tun kann? Aber: Wir sind nicht allein. Wir sind viele! Und wir sind so gut vernetzt wie nie zuvor. Nutzen wir das!

Ich habe eine absolute Null-Toleranz-Grenze für Nazis und das nicht erst seit kurzem. Jegliche rechte Propaganda und rassistische Äußerung wird von mir abgelehnt. Und es ist so immens wichtig, immer und immer wieder dagegen anzuschreiben, aufzustehen und Stellung zu beziehen. Gerade jetzt kann jeder sich deutlich und klar positionieren. Tut es!

Wenn ich die Nachrichten sehe, dann merke ich immer mehr, dass es nicht reichen wird, drei Säcke Kleidung und Kinderspielsachen zu spenden. Dass wir hier gefragt sind. Als Menschen. Als Nachbarn, als neue Freunde, als eine Stadt, die sich öffnet und die Möglichkeiten bietet, hier zur Ruhe zu kommen. Natürlich ist auch die Politik gefragt. Aber bis dahin darf sich jeder einzelne fragen: Was kann ich tun? Möchte ich Zeit schenken? Geld spenden? Mithelfen? Kann ich etwas besonders gut und kann dieses Talent einsetzen? Kann ich meine Kontakte nutzen? Denn JETZT wird Hilfe gebraucht, jetzt ist es an uns, Engagement zu zeigen. Irgendwann wird mein Sohn mich fragen, was ich 2015 getan habe, als soviele Menschen Hilfe brauchten. Ich möchte diese Frage beantworten können.

Zu meiner großen Freude ist meine Stadt eine engagierte, die bereits Willkommenslotsen schult, ehrenamtliches Engagement unterstützt und organisiert. In meinem Kundenkreis finden sich Menschen in Aktion, Lehrer die Deutschkurse geben und alle Materialien aus eigener Tasche zahlen. Menschen die offen sind und die etwas tun! Hier finden sich Vorbilder und deshalb werden auch mein Mann und ich uns ehrenamtlich vor Ort engagieren und diese Projekte mit unserer Zeit und Kraft unterstützen.

Es gibt noch einen persönlichen Grund. Dieses Jahr haben wir durch unseren Wohnungsbrand viel verloren. Nicht nur Materielles, auch unser Zuhause, Sicherheit und Vertrauen. Und obwohl dieses Erlebnis mich und meine Familie verändert hat und es sicher auch noch eine Weile dauern wird, bis alles wirklich wieder zur Ruhe kommt – es ist nichts (!) im Vergleich zu dem, was viele Flüchtlinge erleben mussten. Aber ich habe vielleicht ein bißchen mehr verstanden, was es bedeutet, wenn der normale Alltag vor den eigenen Augen verschwindet. Wenn Ängste übermächtig werden. Wenn das eigene Zuhause nicht mehr der sichere Hafen ist. Uns haben viele Menschen geholfen, auf sovielen Wegen – das ging weit über Freunde und Familie hinaus. Wir haben aus den unterschiedlichsten Ecken Unterstützung bekommen, einfach so. Jede helfende Hand, jede Ermutigung, jede Umarmung, jedes Wort hat uns soviel bedeutet. Ich möchte genau das nun auch tun – uns wurde geholfen – nun helfen wir!

Es gibt mehr als einen guten Grund, sich zu engagieren. Welcher ist Deiner?

Warum ich blogge. Oder: Warum ich schreibe.

Ich habe schon immer geschrieben. Auf meiner Hochzeit las mein Vater in seiner Rede eine Geschichte vor, die ich mit 12 verfasste und auf die ich immer noch ein wenig stolz bin. Meine Kindheitserinnerungen bestehen aus Heften voller Geschichten, Songs für sehr kurzlebige Bandprojekte, unglücksseligen Liebesgedichten und vollgeschriebenen Tagebüchern. Auch einige Romananfänge, mühsam auf Schreibmaschine getippt finden sich darunter.

Als ich langsam zum Computer abwanderte, entdeckte ich die ganze Welt, die sich mit dem Internet für mich auftat. Ich schrieb ein Online-Tagebuch, ich trieb mich in diversen Foren herum – ich schrieb. Irgendwann mit 17 wurde der Wunsch größer, all meine Texte an einem Ort zu versammeln. Zum Glück traf ich damals Andreas, der bis heute mein Webmaster und Freund ist und die ersten Homepage und BlIMG_20150719_214621ogversuche meinerseits soviel professioneller gestaltete als ich es je gekonnt hätte.

War die erste Seite noch eher eine Homepage, die alle meine Gedichte und Songtexte versammelte, so wuchs immer mehr der Wunsch, meine Buchbesprechungen, meine “Leseeindrücke” wie ich sie irgendwann taufte, an einem Ort zu versammeln. Es sollte leicht bedienbar sein, übersichtlich und keine klassische Homepage mehr. Für Andreas war klar: ich brauchte WordPress. Und was bin ich mittlerweile froh darüber, dass er mit dieser Weitsicht für mich vor rund neun Jahren das perfekte System fand.

Warum ich also blogge? Lange Zeit habe ich es gar nicht als Bloggen verstanden. Die Leseeindrücke hatte ich bereits zuvor in Foren veröffentlicht und mit anderen Lesern geteilt. Ich merkte, dass mir diese Kurzform lag, dass ich gerne über Bücher schrieb, die ich las. Ich wollte keine klassischen Rezensionen schreiben, keine Inhaltsangaben nacherzählen, den Leser so wenig wie möglich spoilern. Ich wollte empfehlen, begeistern, schwärmen. Meine Gefühle beim Lesen schildern, ein kleiner Wegweiser zu lohnender Lektüre sein, Lust aufs Lesen machen!

Mein Blog (denn im Laufe der Jahre ist wohl eben doch einer daraus geworden) ist meine Homebase im Netz. Meine Visitenkarte, mein pinkes Aquarium. Hier findet man mich, hier kann man sich im Stöbern verlieren. Der Fokus liegt weiterhin auf kurzen und möglichst prägnanten Leseeindrücken. Es ist aber auch mehr daraus geworden. War ich zunächst lange Jahre eher solo unterwegs, so haben sich Bekanntschaften und sogar Freundschaften entwickelt, ein schöner Austausch mit anderen Buchblogger/innen und Buchhandelskolleg/innen. Man trifft sich auf der Messe, wir twittern über Leseerlebnisse, man schickt sich Buchempfehlungen, es wird über Bücher gesprochen. Wir arbeiten beruflich zusammen und ich für mich kann sagen, dass ich von diesem Miteinander unheimlich profitiere, in jeder Hinsicht. Was könnte schöner sein, als der Austausch über Literatur? Wenn neue Projekte und Ideen in der Blogosphäre auftauchen, ist es grandios, daran teilzunehmen oder auch nur als Zuschauer zu genießen, was sich bewegen kann, wenn kluge Köpfe sich Gedanken machen.

Ein bisschen bewege ich mich immer zwischen den Welten. Als Buchhändlerin habe ich auch den beruflichen Blick auf Literatur und die komfortable Möglichkeit, dass ich Leseexemplare als Arbeitsmittel zur Verfügung habe. Ich fühle mich selten im “Rezensionszwang” und genieße diese Freiheit sehr. Ich IMG_20150628_182750mag es, wenn ich neben den Büchern in Blogs noch den Mensch dahinter erahnen kann, sei es, weil er mich auf Instagram an seinen liebsten Leseort mitnimmt oder mir erzählt, was er tut, wenn er nicht liest. Ich mag das Bunte, das Vielfältige – und halte sehr viel davon, nicht nach links und rechts zu schielen und zu verurteilen, sondern stattdessen das zu tun, was einem selbst gefällt. Und dann ist da diese unheimliche Kraft, die in Blogs steckt. Was hier für passionierte Menschen schreiben, was sie umtreibt, was sie antreibt. Zu verfolgen, wie nach und nach immer mehr wahrgenommen wird, was online passiert – das ist fabelhaft und ich finde, es gibt keine aufregendere Zeit als jetzt, wo soviel aufbricht und sich neu sortiert. Wo sich Projekte, Unternehmen und Aktionen entwickeln und wir alle zu neuen Ufern aufbrechen.

Ich auch – denn so sehr ich die kurze Form für meine Leseeindrücke bevorzuge, so sehr zieht es mich im letzten Jahr auch zur längeren Form. Unter Pinkfisch und wie sie die Welt sieht werdet ihr in Zukunft mitunter auch längere Texte lesen. Denn Pinkfisch schreibt. Und nichts könnte mich gerade glücklicher machen!

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Schwarz auf Weiß

Chris und Klein-Rü haben mir heute Modell gestanden, zusammen mit einigen unserer Lieblingsbücher. Welches ist euer Lieblingsbild?

Zu Gast bei der Klappentexterin

So schrieb die Klappentexterin:

Haruki Murakamis Bücher sind magisch, inspirierend und einmalig. Seine Fangemeinde ist riesig – über eine Million sind es allein bei Facebook. Und auch ich bin eine Harukinistin (so nennen sich die Fans) unter den vielen. Getroffen habe ich Murakami-san bislang noch nicht. Aber ich bin Menschen begegnet, die für ihn arbeiten oder auch für den Autor schwärmen. Das ist genauso schön! Deshalb hat mich sein neues Buch Wenn der Wind singt / Pinball 1973 dazu inspiriert, das zu tun, was ich immer schon machen wollte: Über Haruki Murakami zu sprechen. Mit „Talking about Haruki Murakami“ präsentiere ich euch Interviews mit Menschen aus seinem Universum.

Und auch ich dürfte dabei sein und habe mich darüber sehr gefreut! Zum Interview geht es hier!