Das Licht in einem dunklen Haus – Jan Costin Wagner

Irgendwie ist es ganz schön fies, dass ich jetzt sicherlich eine ganze Zeit auf den nächsten Krimi mit Kimmo warten muss. Kein Wunder, dass ich mir Zeit gelassen habe mit dem Lesen der gesamten Reihe. So ein schönes Gefühl, das Buch zu kaufen und zu wissen, dass ich wieder durch die finnische Tür treten darf. Ein bisschen, wie nach Hause kommen.

Hoffmans Hunger – Leon de Winter

Mit diesem Werk habe ich mich erstaunlich schwer getan. Es liegt nicht daran, dass de Winter nicht schreiben kann – das kann er. Aber das Umfeld der Diplomaten, der Spionage, der politischen Verwicklungen, das wird wohl einfach nie ganz meines werden. Noch dazu widmet er sich mit einer gewissen Leidenschaft in diesem Buch gebrochenen Männern, für die es schwerfällt, wirklich Empathie zu empfinden. Hat einfach nicht so gut gepasst für mich.

Verdacht ist ein unheimlicher Nachbar – Louise Welsh

Was haben wir hier – einen Krimi, einen Roman? Endgültig kann ich das Buch nicht einordnen, wohl aber meinen Eindruck. Es geht unter die Haut, schraubt die Spannung geradezu aufreizend langsam hoch, während man selbst schon nicht mehr weiss – ist es Einbildung oder spüren wir auch wie uns die Bedrohung beim Lesen langsam Gänsehaut verursacht? Stark!

Ostende: 1936, Sommer der Freundschaft – Volker Weidermann

Wem kann man dieses Buch schenken? Leserinnen und Lesern, die sich für Geschichte interessieren. Für Literatur. Für historischen Kontext. Für das Exil. Für menschliche Schicksale. Für Freundschaften. Für das Schreiben. Kurzum: es liest und verschenkt sich hervorragend – macht ausgiebig Gebrauch davon

Im Winter der Löwen – Jan Costin Wagner

Ein wenig ausserhalb der Reihenfolge lese ich Jan Costins Wagners Krimis – nachdem ich seine ersten beiden und seinen aktuellen Krimi gelesen habe, hatte ich nun auch dringenden Nachholbedarf, vorallem, nachdem ich ihn als sympathischen Autor bei unserer Lesung kennenlernen dürfte. Nun also der dritte Krimi aus seiner Feder – und wieder zieht seine Figur Kimmo mich von Anfang an in einen Krimi der ungewohnten Art.

Teufelsgrinsen – Annelie Wendberg

Für mich, als riesiger Sherlock-Holmes-Fan, ein Muss! Und Annelie Wendberg (die übrigens dieses Buch zuerst selbst veröffentlichte!) ist hier wirklich eine neue Annäherung an die ehrwürdige Figur Holmes gelungen – mit einer weiblichen Wissenschaftlerin im Herrenkostüm als Heldin. Packend, ein solider Kriminalfall und wir lernen eine ganz neue Seite an unserem Lieblingsdetektiv kennen. Dass die Autorin (selbst Umweltmikrobiologin) einiges aus ihrer Praxis einfliessen lässt, gibt dem Buch noch den letzten Schliff.

Die Tage des letzten Schnees – Jan Costin Wagner

Ein leiser, melancholischer Krimi, der langsam daherkommt, sirrend im Kopf kreist, dahintreibt, lauter wird und mit einem Paukenschlag aufhört. Ich saß minutenlang da, unfähig mich zu rühren, voller Bewunderung für diese Art zu schreiben, dieses Ende, was es schaffte, mich zu überraschen. Welch eine Seltenheit, welch ein Glück!

Christmas Jars – Jason F. Wright

Kennt ihr Christmas Jars? Ich kannte diesen Begriff nicht – bis vor zwei Jahren meine Mutter an Heilig Abend nach Hause zurückkehrte und ein Marmeladenglas, bis obenhin gefüllt mit Münzen und Scheinen, an ihrer Haustür fand. Meine Mutter recherchierte und fand dieses Buch. Die Geschichte der Christmas Jars wird hier erzählt – eine Familientradition, die nach und nach immer weitere Kreise zog. Und auch, wenn es hier und da ein wenig rührselig anmutet – die Idee hinter diesen Gläsern ist einfach wunderbar. Und ich danke denjenigen, die meiner Mama so eine große Freude gemacht haben – das Glas kam zur richtigen Zeit und es berührt mich immernoch, dass jemand für sie so großzügig war. Danke in die Nacht!

Stoner – John Williams

Eigentlich sollte Stoner genau zu mir passen: ich mag diese Romane mit Campus-Atmosphäre, denen der Ruf anhaftet, ein Klassiker zu sein. Was mich unterschwellig bei diesem Roman begleitete, war die Hoffnungslosigkeit. Williams beschreibt einen Mann, der eigentlich nur alles richtig machen wollte. Unauffällig leben, tun was er gerne tat. Und dem von allen Seiten Gegenwind entgegenbläst, der leidet, der, statt zu kämpfen, sich einfach seinem Leben ergibt. Das zu lesen, hat mir fast körperlich wehgetan. Und doch muss ich den Autor bewundern. Eine so genaue literarische Zeichnung eines verbrauchten Menschen anzufertigen, der vom Leben nicht gerade gut behandelt wurde, ohne nach den glitzerigen Effekten eines Romanes zu greifen, um das ganze zu glätten – das ist ein schweres Handwerk. Auch wenn mich der Roman schwermütig zurücklies, kann ich doch nicht umhin, genau diese Folge zu bewundern.