Liebe usw. – Julian Barnes

Wie kein zweiter Autor den ich bisher gelesen habe, versteht sich Barnes darauf, Beziehungsgeflechte genau zu sezieren. Seine Spezialität: das Erleben der einzelnen Figuren in dieser Dreiecksgeschichte gegeneinander zu stellen und immer wieder die Frage an den Leser zu richten: gibt es eine allumfassende Wahrheit? Oder ist es nicht vielmehr so, dass unsere Wahrnehmung und unsere Erinnerungen und Empfindungen nur von uns aus genau dieser Perspektive gefühlt werden können? Und je mehr man von Barnes liest, desto mehr merkt man: nein, es gibt kein Richtig, Falsch oder auch nur eine objektive Wahrheit. Ein Buch von ihm lässt einen nachdenklich zurück, lässt einen Sätze mehrfach lesen – und fordert heraus. Allerdings eine Herausforderung, die ich nur allzugerne annehme!

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